Autor: Sylvia

Kuhler Mönchbruch

Letztes Jahr fuhr ich zum zweiten Mal raus, Hirschbrunft gucken. Wieder die falsche Stelle, trotzdem wunderbar. Einen Damhirsch immerhin sah ich. Aufgeregt hin- und herrennend, eher rülpsend als röhrend, ich warf mich platt auf den Bauch, ihn nicht zu stören. An Fotos war aus dem Grasdickicht heraus natürlich nicht zu denken. Diesmal hatte ich Brunftguides und saß wo wirklich der Punk abging. Letzten Monat im Taunus bei den Rothirschen. Brüllten sich die Seele aus dem Leib, die aufgereget rumhopsenden Mädels, auf jägerdeutsch Kahlwild, um sich geschart. An Fotos war aufgrund der Dunkelheit nicht zu denken. Aber, hey allein das Röhrenhören war schon der Hit. Wermut ins Hirn tropfte allein die überraschende Erkenntnis: Du bist nie allein. Menschenmassen drängen zur Brunft. Schon seit August sehe ich Anzeigen für den “Höhepunkt im Jahr”, man müsse nach Dänemark, auf den Darß, nach… Brunftourismus. Bei uns in der Gegend war da noch nix los, viel zu warm. Aber dann ging’s doch los. Mit dem Auto cruisten die Leute ums Carree, fielen mit Kind und in kurzer Hose für sieben …

Hörst du?

Die blanke Schwedenmünze rollt noch in meinem Kopf hin und her. Die See, jetzt so tobend, vor Wochen noch ruhiger, sehe noch die Abdrücke meiner Barfüße auf Stein. Sonne, Regen, Menschen und nasser Sand. Schöner Abschied von einer Reise. Bin noch dort. Liege im Wald. Kann nur erzählen, was vor- und nachher, was immer geschah. Von den Überlagerungen aus diesem viel zu langen Sommer, diesem Ausgangswinter und dem Leuchten des Frühherbsts. Am Arm der Schatten erspäh ich Wegkreuzungen, die sich übereinanderschieben. Doppelt, dreifach beleuchtet. Tun sie seit Jahren. Da ist es das Lebensmosaik, ganz ohne Scherben nur mit handelsüblichen Brüchen. Durchschimpft von Amseln, Kehlchen und Sylvias. Da war ich. Nein dorther, nee dorthin gekommen und habe das, ach nein, es war doch jenes, ich habs gesehen, weißt du. Also, ich selbst wahr, wahrhaftig war dort und wann? Wird sich so leicht versä’n wie Münchner Bergminze. Auch Tränen lecke ich selbst, das Einhorn ist noch am Südsee in Schweden. Mag es die Dachse filmen, wie sie über die Wege huschen, und die Hirsche, die trefflichen Hirsche. …

NaturFoto 10/23: Wer? Welcher Fuß?

Freuen uns sehr, dass die NaturFoto in der aktuellen Ausgabe die Tracking-Fotoserie bringt. Auch dass eine Frage als Titel steht, mit der man sich als Fährtenleserin ziemlich oft beschäftigt. Worum es geht? Um die Ästhetik von Tierspuren, das Angerührtsein beim Anblick von Tierzehenabdrücken und – die Kunst des Fährtenlesens. Mehr? Unbedingt eine kaufen, es lohnt sich in jeder Hinsicht…

Aktionstag Schömberg

Zur Eröffnung der Ausstellung, zur Ballade des Wassers mit Bahn und Rad. Das war Pats Plan – und so haben wirs gemacht. Zum ersten Mal ohne Auto. Läuft! Also, ab Bad Liebenzell im Schwarzwald nach Schömberg. Zehn Kilometer, 400 Höhenmeter, nur bergauf. Pat immer voran. Ich verbarg mein Ächzen im Moos. Aber: Goldener Oktober! Ankommen mitten im Schömberger Herbst-Trubel war mega. Vorbei an Kurhaus, Kinderspielen, Menschenmassen, die zum verkaufsoffenen Sonntag pilgern. Zu Fuß dann durch den gut gefüllten Bauernmarkt, und hinein in die menschenleeren Ausstellungen. Im Rathaus gefiel uns “SubReal! von Andreas Helweg, im Haus Bühler klatschten unsre Bilder willkommen und heulten, sie hingen bisschen schepp. Danach Kaffee und Kuchen von der Waldräuber-Kita, Käse vom Bauernmarkt und Tschüssle ihr vielen. Zurück, zum Glück, immer bergab. Die Bahnerlebnisse wollen noch verarbeitet werden. Erst quetschten wir uns zu den Oktoberfestlern, paar Stunden später die Eintracht-Fans zu uns. Menschen, Menschen, Menschen. Ach Schömberg. Pat hat schon die nächste Idee – we’ll be back!

Portfolio Bioverlag: Oktober 2023

In den letzten Monaten haben mehr Bioläden geschlossen als neu eröffnet – ich wollte von Neueröffnern wissen, was sie antreibt und wie es läuft. Zwei Unverpacktfrauen und ein Bioladner erzählten mir, wie sie die Krise bei den Hörnern packen. Wie? Mit Charme und sprühend vor Ideen. Respekt – und schön zu sehen, wie das Neue wächst. Denn: die Branche muss sich neu erfinden wie viele andere auch.   Den eigenen Strom produzieren und verbrauchen? Geht mit einenm Steckersolarkraftwerk auf dem Balkon. Oder im Garten – wie bei meiner Freundin Maria. Wie das geht und was es bringt, darüber habe ich für Schrot&Korn geschrieben. s&k 10/2023.

Schömberger Fotoherbst 2023 – wir sind dabei!

Die Ballade vom Wasser in Schömberg – wir freuen uns, auch 2023 unter den Finalisten beim Schömberger Fotoherbst zu sein!   Vernissage am Sonntag, den 8. Oktober um 11:00 Uhr im Rathaus in Schömberg. Die Ausstellung läuft bis zum 5.11.23. Wer Zeit hat… Der Schwarzwald ist schon schön, und “Die Ballade vom Wasser” schon was Besonderes. Kleiner Auszug:      

Thinktank #8

Wenn wir wirklich glauben, dass die Menschheit sich über Klauen u. Zähne erheben kann, wenn wir wirklich glauben, daß unterschiedliche Rassen u. Glaubensbekenntnisse diese Welt so friedlich miteinander theilen können wie die Waisenkinder ihren Kerzenölbaum, wenn wir wirklich glauben, daß Führer gerecht sein müssen, Gewalt geächtet gehört, Macht verantwortet werden muß u. die Reichthümer der Erde und ihrer Oceane gerecht vertheilt werden sollen, dann wird eine solche Welt auch zustande kommen. David Mitchell, “Der Wolkenatlas”

Genutzt: Reinhard Witt –
Das Wildpflanzen Topfbuch I und II

Bunt und prächtig – so soll Balkon. Am liebsten den ganzen Sommer lang. Aber, bitte auch pflegeleicht – und da geht’s schon los. Denn Vielblüher muss man viel düngen und vor Vielfraßen schützen… Bei den aktuellen Wetterlagen gibt es außerdem gerne mal erst zu viel Sonne oder Regen, dann zu wenig, oder umgekehrt. Wer also sind beste Balkonfreunde? Reichlich bunte Ratgeber haben dazu reichlich bunte Ideen. Nur die Wilden kennen sie nicht. Unsere einheimischen Schönheiten, denen nichts so leicht den Garaus macht – und die zusätzlich einen ziemlich angesagten Wunsch erfüllen: Wildbienen erfreuen. Wer das wirklich will sollte sich Reinhard Witts Topfbücher anschaffen. Sollte? Muss! Wo andere vielleicht – so wie ich früher – zwischen Impatiens, Fuchsie und Kapuzinerkresse Krimi lesen, sitze ich heute zwischen Lichtnelke, Frauenspiegel und Flockenblume mit meinen lila Witt-Büchern und träume. Oh! und Ah! seufzend, was alles möglich wäre! Möglich ist! Nur noch eben einen neuen Plan machen und dann dies säen, jenes pflanzen… Kann ich gar nicht genug von kriegen. Dabei habe ich schon geschluckt, als Anfang Mai das heiß …