Jahr: 2019

Schöne Weihnachten

  Der Morgen so weiß. Lass. Hilf. Hilf den Nadeln im Hirn singen, den Füßen malen schwerefrei Aus Nichts werde Licht blitze der Wasserhimmel Tropfen Wirf. Wirf dich ins Schneckenohr, lass laufen! Los doch! Voraus! Die Wendeln längs im Doppelbob Schneller! Weißer! Kurbeln, bis alle Neuronnetze fluten Lachenden Munds.      

Hands on Gips

Unversichert und unbeschuht – nur Fell, Horn, Lederhaut, Krallen… Tierfußabdrücke gehen mir ans Herz. Wenn der Boden schön lehmig ist – und ich mein Pfund Gips dabei habe – nehm ich mir was zum immer wieder Anfassen und Anschauen mit. Hier neun Beispiele aus meiner Sammlung – ihr könnt gerne mal raten, welcher Abdruck ist von wem…          

Keep it wild! Fährtenleser sehen mehr

  Schonmal ein Eulengewölle auseinandergepult? „Uuh! Wie eklig“, sagen die einen – „Boah! Was war drin?“, die andern… Ich gehör zu den anderen. Seit einem Jahr bringen Tierspuren in jeder Form – vom zierlichsten Krallenabdruck bis zum unförmigsten Speiballen – meine Augen zum Leuchten und mein Hirn zum Schnurren: Was ist das? Von wem stammt es und warum ist es hier? Globetrotter ist an allem schuld, das will ich mal festhalten. Schuld, dass ich jetzt am Lineal hänge (immer dabei, um gefundene Fußspuren ausmessen zu können), dass Pat an irgendwelchen Matschlöchern auf mich warten muss (wo man solche Spuren findet) – und dass wir neue Regalmeter für Trackingbücher brauchen (in denen ich alles nachschauen kann). Und natürlich, dass ich Bücher gekauft habe wie „Spurenführer“, „Tracks & Signs“ oder Het Prentenboek. Wenn ich also freudestrahlend gräuliche Klumpen von Brücken klaube, oder unter Burgmauern finde, verdanke ich das einem Paar neuer Gummistiefel… Irgendwer an der Kasse hat wohl ein Heftchen mit Veranstaltungshinweisen dazu gepackt. Beim Durchblättern Zuhause – machen wir sonst nie –, bleiben wir beide bei …

Noch blühen

  Revolutionen benannt nach Nelken, Rosen, Jasmin? Weil sie in Schönheit vergehn? Verloren werden wie Brillen auf bürgerlichem Asphalt? Wo auch immer Der Pfingstmund! Am Dekolleté. Die Schande? Tess of the d’Urbervilles tötete ihren Vergewaltiger und starb daran. Ein Blutfaden so fake wie echt. Ach, Blutzoll. Brennt noch immer die Weichen uns literweis.   Ach Zukunft. Ach Frühling. Ach wie licht sie scheint, wie hell die Sonnenkugel und stürbe auch unsere Ahne, bliese doch zart das Buschwindmäulchen durch die Wimperwälder, überspränge Blütezeiten, trauerte im Porzelladeladen die Herbstzeitlose   Wo warst du? Was hast du gesehen? Ach Stundenblume, deine Schönheit sei vergebens Sagen sie im Blumenbuch, und kennen nicht mal die Goldrebe, unsere Hoffnung auf niedagewesene Wenden am Zaun schaukelnd, immer aufs neu und sacht wie je ein Kinderherz.      

FFF—Futurize it!

  Ich will ficken, aber nicht die Umwelt Könnte, hätte, wollte… Quit! Quit playing Städte! Entsiegelt! Euch! Klima schützen, Kohle stoppen Nacht-flug-verbot!   Like the ocean we rise quit playing games Wake up Unterm Plastik liegt der Strand Könnte, hätte, wollte? Machen! Make Love, not CO2   Ask me, I’m a Scientist Lost in the Anthropocene Save The critical Sound of Science Our house is on fire Fahr Rad for Future Verkehrswende jetzt!   Frankfurt Sightseeing Du auch? Last Minute zusammen: Zahnarzt, Scientists, Oldies for Future! Future! Future!   Und zwei Tage später fliegen 2 Passagierflugzeuge leer von Bonn nach Berlin, um dort zwei deutsche CDU-Politikerinnen mit Entourage abzuholen, die nach der Verabschiedung des Klimapakets fast gleichzeitig Termine an der US-Ostküste wahrnehmen wollen, aber keine gemeinsame Reise gebacken kriegen. Wo bleibt der Shit-Storm? Mögen sie die von Quaschning (ask a scientist) geschätzen Kosten der verursachten Klimaschäden bitte aus eigener Tasche an die Fridays spenden.