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O ihr Alle… Jesus und die Zeitsprünge

Erinnerung sprich? Wir waren schon dort und haben es doch vergessen. So können Anblicke uns immer aufs Neue erfreuen, von einem Zeitsprung zum anderen. Zwischen dem ersten und zweiten Besuch dieses Wegkreuzes ohne Kreuz lagen 26 Jahre (Zeitsprung 1993-2019). Zwischen jenem Wiederauffinden und dem erneuten, vollkommen Unerwarteten bei unserer letzen Radtour Flieden-Fulda-Flieden 2026 waren es sieben Jahre. Auch das ist Regionalität. Ist ein Navigieren durch und an uns bekannten Plätzen. Der Rahmen unserer Reichweite zeigt, wo wir zuhause sind. Grenzenlos. Magdlos, Brandlos… Und wie der Kaliberg den Hintergrund hält. Und die kleine Trauerweide gewachsen ist. Und wie es wohl kommt, dass sie, obschon an einer Anhöhe stehend so kräftig geworden ist? Marias (und ihrer Nachfolgerinnen) Tränen? Das jedenfals steht auf dem Podest: O ihr Alle, die ihr vorübergehet alle Wege gebet Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze. (Klagelieder, Jeremia 1,12) Gibt genug zu beweinen, aber das Staunen, das Sehen und Freuen nährt uns doch.

Filets, Marterl, Zeitensprünge

  Wie ist es eigentlich weitergegangen? „Time is a great teacher“, findet der schottische Künstler Andy Goldsworthy (gerade und zum ersten Mal in Deutschland zu sehen in den Opelvillen in Rüsselsheim) und er sagt noch was Schönes: „Wenn ich meine Arbeit beschreiben sollte, würde ich sagen… ich arbeite mit Zeit.“ Wir auch. Mit, gegen, durch? Die Zeit hatte mal ne wunderbare Serie, den Zeitsprung, im früheren Zeit-Magazin. Thema war genau dieses „Wie ist es weitergegangen?“ 1993 war ein Zeitsprung von uns. Viele Fotos waren da noch schwarz-weiß. Noch. Damals hat Pat ein 10-Years-after Foto von einem Kreuz gemacht und der Zeit-Redakteur fand es faszinierend, dass hier eine Pendelbewegung sichtbar, und eine weitere, unsichtbare womöglich schon im Anschwung war: 1982 nämlich stand dieses Kreuz vor der Kulisse der Ölraffinerie Caltex nahe Flörsheim, und damit unmittelbarer Nähe eines heiß umworbenen Geländes, dem „Filetstück der hessischen Wirtschaft“. Der Vertrag mit der Ölraffinerie endete nämlich damals, die Böden wurden regeneriert und die Nähe zu A3 und Flughafen machte das Areal hochattraktiv. 1993 sah es dann so aus wie auf …