Buchkritik: Die Wildnis in uns
Erzählen kann er! Kaum eingeführt ins Buch, schauderts mich. Ich lese, dass er seit Stunden in die falsche Richtung läuft, statt zur angesteuerten Hütte. Dass er mitten in Nieselregen, Schnee und Eis steckt, ohne Wegmarke. Ein Krimi. Wie er die aufblockenden Gedanken beschreibt, das einblitzende Erkennen des Irrgehens – und die Angst. Hätte er die nicht überwunden, gäbe es das Buch nicht, schon klar, dennoch packt sein Bericht, als wär man dabei: Schafft ers? Er muss, sonst erfriert er und keiner kriegts mit.… Und dann im Laufschritt zurück – auf den rettenden Weg. Mitten im weißen Nichts Menschlein sein – und Überlebender werden. Ein Erlebnis, an dem Torsten Schäfer klar macht: Wildnis ist keine Tourismus-Kulisse oder Outdoor-Kick. Wildnis, kann so tödlich sein wie unendlich wunderbar. Zu all den Facetten dazwischen kann er Erlebnise erzählen, selbst erlebte sowie gesammelte. Doch sie sind nur ein Aspekt von „Die Wildnis in uns“. Geschrieben wurde das Buch aus der Überzeugung heraus, „dass wir indigen Menschen neu zuhören müssen, die seit Jahrtausenden viel näher an der Natur leben und sich …

