Jahr: 2016

Gelesen: Scham (ein unterschätztes Gefühl)

Beschämt sie und rettet die Welt! Jennifer Jacquet erforscht, was Kooperation braucht und Scham kann – und hat sieben Tipps für wirklich wirksame Kampagnen Eine Vorliebe für Tunfischsandwiches führte Jennifer Jacquet zu dem ungewöhnlichen Mix ihrer Forschungsfelder: Fischerei, Kooperation und Scham. Und war letztlich Auslöser für dieses engagierte Buch. Als Neunjährige sah sie Bilder von Delfinen, die durch Tunfischfang qualvoll getötet wurden. Damals habe sie dafür gesorgt, dass ihre Familie nur noch Tunfisch mit dem Siegel „delfinfrei“ kaufte. Heute ist sie überzeugt, dass schuld-bewusster Konsum nichts bringt. Es werde zwar gern von der Macht des Konsumenten gesprochen, doch deren Verhaltensänderung etwa beim Tunfischkauf habe prinzipiell nichts an den Praktiken der Fischerei geändert. Die kindliche Empörung mag noch rumoren, die Autorin hat jedenfalls das Ziel ein Werkzeug zu bieten, das wirklich greift. Ob Überfischung der Weltmeere oder Klimaschutz-Maßnahmen – seit Jahren ist klar, was zu tun wäre für eine bessere Welkt, aber es bewegt sich nichts. Was hält Staaten, Unternehmen, Einzelne davon ab, zum Wohl der Gemeinschaft das Naheliegende zu tun – oder zu lassen? Jennifer …

Beat the beach! Strandrace in Egmond aan Zee

Wer am Strand Rennen fahren will, muss natürlich im Winter ran. Also, wenns knackig bläst und kalt ist (und keine Touris am Strand brutzeln). Ehrlich: Nie gehört vorher, dass es solche Rennen gibt. Erst waren nur ein paar Radler mehr da. Plötzlich waren sie überall. Tag und Nacht. Bis wir kapierten: die meinen das ernst, die trainieren… Strandrace Egmond-Pier-Egmond, las ich online. Verrückte müssen das sein. Egobiker, Leistungsfreaks. Oder? Denk ich, als ich auf der Website des Küstenorts entdecke, was ansteht: eines der „bekanntesten, größten Mountainbike-Wettbewerbe in Benelux!“, 18. Rennen – rund 3500 Teilnehmer. Und dann sind wir, mitten im Urlaub, mittendrin.   Über Nacht füllt sich der nachsaisonal von deutschen Touristen erschöpfte Ort mit Menschen. Holländer, Belgier, paar Deutsche sind auch noch da. Alles belegt, überall radelt wer rum, und Samstag (9.1.16, 11 Uhr), gehts ab… Startschuss am Leuchtturm. Warum liegen hier Strohballen?, fragt ein Junge, und schon zischen sie vorbei, es wird gejubelt, gerufen, geklatscht. Rennfieber pur. Erinnert mich an Zeiten, als es noch das 1. Mai-Rennen rund um den Henningertum gab. Hach! …

Sechs mal, Demenz und app

  Auszeit poliert Kontraste. Oder vielleicht ist man einfach nur beim Neustart, sogar nach einem Kurzurlaub, blitzmedienblank. Um so heftiger pulsen am Tag eins die kabellosen Freunde: #geheimnis, #ausnahmslos und #rigaer94. Muss man erstmal kapieren. Während die Speicherkarte Double Exes, Dohlen und Dünen einspeist, während Tweets und fb-Posts auflaufen, die „Ich weiß was!“ zwitschern, „Hier bin Ich!“ oder „Kauf mein XY (Text/Bild/Buch sowas), also während all das piept und brummt und lädt, bleibt es auf der Strecke. Fällt es, das big picture. Die Vision, was mal bleiben soll und was man hinterlassen, besser: mitgestalten möchte. Mankell ruft uns das nach, (Niels) Quaquebeke vor – nur, die Mehrheit möchte nicht. Will nur spielen und „Ich bin dran“ rufen. Und natürlich Tipps verkaufen, wie man das Spiel am Laufen hält. Hinkriegt, nein, optimiert, sodass so viele wie möglich sich den eigenen Auftritt angucken, liken und reliken. Scheine und Likes (schein breit like Deimonds, deidelt das Autoradio nach der Grenze, bevor ich auschalte). Optimierung. Auf dass alles satt und sauber wird. Gibs durchdachte Strategien und Workshops für. Mit …