Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frankfurt

Bild des Monats: Januar 2015

Sie sehen uns öfter als unsere Freunde: die Markthändler unseres Vertrauens. Einmal mindestens, manchmal sogar dreimal die Woche, sogar wie hier bei minus 2 Grad. So sehen echte Helden aus. Best Äppel in town – und best Gemüse sowieso. Seit 20 Jahren. Sie nennen uns „die Sachsenhäuser“ – wir nennen sie „die Marktjungs“.

Das Quappen-Tagebuch

Hier der Link zur Galerie: Quappen (12 pics)   Achtzehn könnten sie heute sein – oder tot. Ich sage: sie leben noch. Schließlich hatten sie eine Powerkinderzeit – bei uns. Achtzehn Jahre ist das schon her, dass wir den Förster fragten, ob wir uns Kaulquappen holen dürften. „Klar, sowas muss ein Kind doch mal erlebt haben“, lautete die Antwort. Erst nach unserer Quappenaufzucht belehrte uns dann ein anderer Forstmann, „sowas“ sei verboten. Alle Amphibien stünden unter Naturschutz! Weil: Leider sei die Überlebensquote ziemlich gering, und sogar Schulklassen mit offizieller Erlaubnis bei der Kaulquappenaufzucht wenig erfolgreich. Daran musste ich jetzt wieder denken, als ich „Die Tage des Gärtners“ von Jakob Augstein las. Schönes Buch. Bin zwar an verschiedenen Stellen gar nicht seiner Meinung – Rhododendron etwa würde ich nie pflanzen. Nie. Rittersporn dagegen überall. Bei der Funkien dagegen sind wir uns wieder einig. Und herzlichen Dank auch für die Info mit der Kletterhortensie – aber das wäre ein anderer Text. Hier jetzt will ich vom Frühling reden! Sechs krasse Wochen noch, bevor er endlich kommt. Reden …

Knitta back! Bewegung überm Hotel H.

  Ja, es ist selbstgestrickt das Graffiti – und was die Fünferpäckchen, also das Zahlenrätsel darin betrifft, mache ich es wie alle andern. Erst ziehe ich eine Zahl aus dem Nichts, suche passende Daten dazu und interpretiere das Ganze nach Strich und Faden. Kann man auch Zahlenmystik nennen. Stricken ist Mathe, das habe ich hier schon mal erklärt – diesmal hab ich vierzehn Striche macht. 14? Googeln bringt das hier: Die „hebräische Bibel“ soll laut Wiki 14 schöne Frauen kennen, 14 Stationen von Jesus’ Kreuzweg gibt’s und 14 passende „Nothelfer“ werden für die katholischen Kirche erwähnt – die wird man da grade alle brauchen. Die rechtsextremistischen Nummer spare ich aus, aber Bach: Bach hat die Buchstaben seines Namens übers Alphabet numerisiert, addiert und – 14 herausbekommen. Unser 14er-Graffiti ist ein Flugzähler: Eine Stunde überm Hotel H’Inn.

Bring ma den Müll raus! Heldenmarkt in FFM

  Kronkorken, Sand, Glas… Wo jetzt, Stadtbar? Strandleben? Nein: Stand auf dem Heldenmarkt in Frankfurt. Das Zeug – Detailaufnahme – war mal Müll. Das sieht man dem Blickfänger des Stands von Beatrice Anlauff nicht mehr an. Ihr Couchtisch ist: eine große Glasscheibe auf einem mit Sand und Kronkorken gefüllten Fahrradreifen, auf einer Wäschetrommel aus einer alten Toplader-Maschine auf einer graugestrichenen Scheibe auf Rollen. Sie nennt es Verwandlungsdesign. Supergenial. Auch das Mäppchen aus einem Stück Fahrradreifen stammt aus ihrer Werkstatt. Cooles Teil – aber – Recycling? Gebrauchter Fahrradreifen sieht anders aus. Okay, okay. Erstma downcyceln, Langsam rundgucken. Wie wir’s immer machen, nämlich so wie früher Hilde Domin bei Lesungen. Sie las ihre Gedichte immer zweimal. Auf der Bühne beim ersten Rundgang ein Vegankoch, der 15 gerade zubereitete Portionen kostenlos verteilt, bei der zweiten ein Medienteam, das Zuschauer filmte. Interesse und Medieninteresse. Das Gefühl in den Gängen: retro. Die Pressemappe der Veranstalter: sechs zusammengeheftete Seiten – sieht nicht gut aus, aber es gibt ja ne Website mit allen Links. Die Stände bisschen wie Flohmarkt, Besucher und Aussteller …

33 Shades of Green – Auftanken im Stadtgarten

  Vom Glück des Kindischseindürfens im Garten schreibt Eva Demski. Kindisch? Aber ja! Oder was sonst soll das sein, wenn ich etwa kiekse „Komma gucken!“, nur weil sich, parbleu, mitten aus den Lanzenschwertern meiner Iris, urplötzlichst, weil bis eben unerkannt, eine flach gefaltete Blüte schiebt. So geschehen im Mai. Ja, da werde ich ein bisschen schwachsinnig vor Freude. Schließlich hatte sie drei Jahre nicht geblüht. Dazu blieb mir sogar noch eine Spannungsfrage: Gelb oder blau? Denn: eine meiner beiden Iris-Töpfe wurde mir während deren Herbstruhezeit aus dem Treppenhaus geklaut. Doch zum Glück hilft so ein Garten, versichert Demski, gegen Ärger und Grübeleien gleichermaßen. Sogar die Erderwärmung lässt sich vergessen, schließlich geht es hier um Verantwortungsübernahme: „Gießen. Mich. Jetzt.“ Eine Aktivität, bei der sich sogar krass verzwirbelte Synapsen entspannen – auf dass später und tatsächlich auch globales Denken wieder flutscht. Versteh gar nicht, weshalb ich Demskis Gartengeschichten erst jetzt für mich entdecke. Wohl, weil Gartenbücher mich eigentlich wenig locken. Jedenfalls die Sorte, die sich mit perfekt gestylten Bildern zum Wennmirsonstnichtseinfällt-Geschenk anbiedert. Hochglänzende Langeweile. Bisher gab es …