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14. Schömberger Fotoherbst – wir sind dabei

8. August 2017 von m&m | Keine Kommentare


 
Ob es wieder Kürtös gibt wie vor zwei Jahren? Wir werden hinfahren, sehen – und berichten. Erst mal aber freuen wir uns sehr, wieder Teil des Schömberger Fotoherbstes zu sein. Unsere Reportage „Ich war ein Flughafen“ über das Arboretum Main-Taunus wird dort neben den Arbeiten der anderen Festival-Finalisten zu sehen sein.

Unser Beitrag zeigt einen idyllischen Ort mit dramatischer Geschichte: Unter dem Decknamen Schafweide legte die deutsche Luftwaffe 1937 im Taunus einen geheimen Fliegerhorst an, den Flughafen Eschborn. 1944 bombardierte die US-Armee den Platz, und nutzte ihn nach dem Krieg selbst. Später wurde er ziviler Güter-Flugplatz für die Post und das Technische Hilfswerk – die große Wende für den Platz jedoch kam durch den Frankfurter Flughafen. Die wütenden Proteste gegen die Startbahn West am Flughafen Frankfurt führten letztlich dazu, dass er in einen der schönsten deutschen Waldparke verwandelt wurde: Als Wiedergutmachung für den Kahlschlag im Frankfurter Stadtwald entstand das Arboretum Main-Taunus. Ein berückend schönes Kleinod mit einem alten Hangar als Herz. Uns gab dieser Ort den Impuls für ein längerfristig angelegtes Reportageprojekt über Arboreten.

Als erster Teil entstand die Serie „Ich war ein Flugplatz“, denn: das Arboretum Main-Taunus zeichnet sich durch seine faszinierende Geschichte und sein besonderes Konzept aus. Arboreten sind Gehölzsammlungen, die mit Stolz viele exotische Bäume zeigen. Auch so im Taunus, allerdings wurden hier Bäume und Sträucher so zusammengepflanzt, wie sie auch in der Mongolei, in Nordamerika oder Japan als „Waldgemeinschaften“ existieren. Als Besucher tritt man quasi eine Welt-Waldreise an. Als weißer Faden dient uns die Birke, die in Nordamerika ebenso wächst wie in China oder der Mandschurei. Die gepflanzten Exemplare zeugen von der großen Sortenvielfalt. Hängebirke, Papierbirke, Moorbirke… Natürlich beherrscht sie als Pionierbaum längst auch das alte Flughafengelände. Zwar ist der Zutritt für Waldbesucher verboten – aber möglich. Denn es ist ein längst nicht mehr geheimer Treffpunkt für Jugendliche aus dem Umland. Die Spannungsgeschichte eines Waldparks, der durch die Luftfahrt geboren wurde, die Nutzungsspuren von Mensch, Tier und Zeit sichtbar zu machen ist das Ziel dieser Serie.

Wer Zeit hat: Unbedingt hinfahren! Wegen der Ausstellung natürlich, um Inspirationen und Schwarzwaldluft zu tanken – und vielleicht gibt‘s auch wieder Kürtös…

Unser Beitrag zum 14. Schömberger Fotoherbst, dem internationalen Festival für serielle Reise- und Reportagefotografie vom 6. Oktober bis 4. November 2017:
 










 
 
 

5785 Hektar for 13. Schömberger Fotoherbst!

6. August 2015 von m&m | Keine Kommentare

Mit unserer Serie “5785 Hektar – Stadtwald Frankfurt” sind wir beim 13. Schömberger Fotoherbst, dem Internationalen Festival für serielle Reise- und Reportagefotografie. Schwarzwald wir kommen! (9. Oktober bis 8. November 2015)

Überquerung

p2-4267

Waldstuhl

Frosch

Baumharz
 

Barfuß auf der Borke, bäuchlings im Farn oder mit dem Tele wartend im Gebüsch: wir haben ein besonders enges Verhältnis zum Frankfurter Stadtwald. Seit 25 Jahren erkunden wir fast täglich das Grün vor unserer Haustür zu Fuß oder mit dem Rad. Erleben ihn immer wieder anders, entdecken Unbekanntes – oder genießen das Ritual der Wiederholung auf bekannten Wegen. Für manchen Städter dagegen ist schon ein Reh ein exotisches Wesen, ihm ist der Naherholungsforst ferner als der malaiische Regenwald, in dem er vorgestern noch über eine Hängebrücke lief… Diese fortschreitende Entfremdung bewegte uns dazu, unser Langzeitprojekt zur Serie „5785 Hektar – Stadtwald“ zu bündeln. Der stadtnahe Wald fasziniert uns, weil er so viele Facetten birgt. Trotz der starken Nutzung und der Geringschätzung, die manche nur für ihn übrig haben, erfüllt er tagtäglich zahlreiche Funktionen: ist Luftfilter, Wasserreservoir, Lärmschutz, Erholungsgebiet – Kultur- und Lebensraum zugleich.

Er kann eine Oase sein, doch er ist kein einsamer Ort. Von Joggern und Hundebesitzern wird er ebenso intensiv genutzt wie von Förstern und Wirtschaft. wir haben in den letzten Jahren Flughafen, Bahn, und Straße immer tiefer in den Wald vordringen sehen und in Reportagen auf den mangelnden Schutz und die wichtigen Funktionen des Waldes hingewiesen. Umso mehr freuen wir uns daher über das hingabevolle Staunen von Menschen, wenn plötzlich vor Ihnen ein Damhirsch den Weg kreuzt. Und sind verwundert, wie wenige den Unterschied zwischen Reh und Hirsch kennen oder wissen, wie wichtig der Wald für die Metropole Frankfurt ist. Mit unserem Reportageprojekt wollen wir diese Vielfältigkeit abbilden, diese wunderbare Welt aufschließen. Und zeigen wie wertvoll sie ist. Dazu passt der Begriff von Heimat von Ernst Bloch: „Die vergesellschaftete Menschheit im Bund mit einer ihr vermittelten Natur ist der Umbau der Welt zur Heimat.“

Hirsch

p7-7728

p8-1025

Pressspan

p10-1034