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Heute: World Poetry Day!

Ruhende Schnee modelliert Grabgärten, Licht spielt die Zapfeneisorgel und nur ein „Bitte nicht betreten!“ markiert das Feld der Ungenannten im Weiß. Wer jetzt Spuren tritt, hat Tränen im Bauch, Wut, Liebe, Trauer. Hält verfrorene Tulpen, klamme Narzissen und das fingergezeichnete Herz unterm Stein. Was dann kommt? Nur wenige Schritte weiter es dauert ein Krähenschweigen, und du siehst den Engel mit gebrochener Nase. Gestreift von vielen Wintern, vielen Sommern, steckt nun zu seinen Füßen ein „Patenschaft gesucht“. Denn: das Recht auf Ruhe, die Zeit, sie ist um.     PS: Zum World Poetry Day, von dem ich erst letztes Jahr im Oktober erfahren habe, hätte ich gern für jeden von uns ein Gedicht zitiert – je eines von John Berger und Cees Nooteboom, literarische Lebensbegleiter beide.. Vielleicht später, wenn geklärt ist, was das Nutzungsrecht erlaubt.

Legende: Bild 01/13

Elegant, die Zwillingsgigantin. Inbild von Aufbruch und Wachstum. Die Flanken stabilisiert von filigranen Kränen. Die wiederum recken ihre Konjunkturfühler, ihre Haussefinger immer heiter zum V-double. Bürgermeister müssen verliebt in solche Kräne sein. Vielleicht ragen die deshalb in rot und gelb zum Stadthimmel, stecken im Herzen der der City, wie das knöcherne Zauberkreuz im Herzen eines Rehs. Fast hat der jüngste Himmelbau seine Endgröße erreicht. Ein doppelter Monolith, noch im Verpuppungsstadium. Die beiden Fühler aufmerksam gereckt, sichernd das äußerste, das Ostende der Stadt. „Achtung an alle Welten“ funkt HAL. Von den Anrainern nicht unbedingt erwünscht, heftig angefeindet gar von Bank-Occupisten. Und von Schrebern, denn die wurden ihrer Gartenfrische beraubt für den EZB-eigenen Brückenschuss. Schon wird diskutiert, ob nicht auch der Hafen – einen Katzensprung weiter – ob dem nicht auch ein Hauch Luxus gut anstünde? Appartements für Börsenkenner, so was. Die Eurozone Ost wird sicher noch weiter aufgemotzt. Der Straßenzug, an der das summende Bankhaus gerade andockt, ist längst beim Upsizing. Überragend eben, die neuen Twins. Fast ein wenig Furcht einflößend hier, wo sie nicht wie …

Das Gedicht: Weiß

Weiß dein Kleid war weiß den ganzen Sommer lang ein Kinderkuss, ein Flirrflug, ein Blinzeln im Luftzug im Sternnebel der Pollenlust. Um ist das Spieljahr, gefaltet das Kleid, Unschuld zerfressen, Glieder bloß. Noch wehen zwischen Blauflügel und Rotschnute Wege aus Himmelerde einbahnig das Unterkleid aus Luftkammern rippt im Lichtflug das Gestern Bruch auf Bruch. Morgen, singt Wader, Morgen, wenn alle Träume geträumt, werde er wissen woher das Gift in seinen Adern. Sich bauschend derweil das Kleid des Todes im Staub der Tage verweht, verschossen: das Tanzkleid des Sommers.

Rosita tanzt den Euro

Unser neues Foto-Strick-Graffiti „Rosita“   für alle downgerateten Merkelländer frei nach der Melodie Zwei Apfelsinen im Haar (France Gall, 60er, unbedingt dazu hören!!!):             Zwei Apfelsinen im Jahr, und zum Parteitag Bananen… das ganze Volk schreit Hurra – der Kapitalismus ist da. Lalalalalalala         Im gold’nen Oktoberschein, tanzt unsre Rosita den Jaguar, zeigt muntren Hüftschwung am Main die Eurogermanen schunkeln dabei. Nanananananana, nanananananana