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Vierzig Findlinge

10. September 2021 von Sylvia | Keine Kommentare





 

Jetzt. Sollten sie Mosaik werden. Zusammenfinden. Wieder und wieder. Die Orte dafür würden mich ansprechen, dann ein Zeitfenster sich öffnen, ein stilles Atmen und: Flow! Zarteste Blüten, Teil einer Tasse, die ich gern in Händen hielte, grobe Keramikstücke, feinst abgeschmirgelt von Wetter und so. Manche mit einseitigen Glasurresten. Fragmentiertes Grün, Rot und Gelb. Auch ein ostseegeschrubbtes Kachelfragment aus Lubmin, ein knallbuntes Porzellanfragment aus Essen und sogar hessisch-blaues Steingut dabei. Zu Guter Letzt ein gläsernes Mundstück als Kontrapunkt aus Heidelberg. Voilá, die Fundscherben-Collection aus 44 Jahren, aufgelesen auf meinen Lebenswegen.

Zeit, sie ein Jahr lang in Szene zu setzen, dachte ich im Dezember 2019. Ich schnürte ein Beutelchen, in dem erst 37, am Ende 40 Bruchstücke klimperten, um sie zu allen geplanten Reisen mitzunehmen. So sollten Bilder entstehen und durch sie dieses Jahr als eines für alle stehen.





 

Startschuss war in Nordholland zur Jahreswende 2019/20. Weiter gehen sollte es wieder in Holland im Frühling und auf den Äußeren Hebriden im Sommer. Sicher käme noch inlands die ein oder andere Tour hinzu… Sicher? Von Pandemie noch keine Spur, nicht zu ahnen, wie sich alles verändern würde. Dass wir gesund bleiben, neue Karten spielen, es gut treffen, und statt nach Holland nach Raboldshausen reisen würden. Über Stockstadt am Rhein, Heidelberg und Künzelsau. Statt eine weitere Insel auf den Äußeren Hebriden zu erkunden, den Fechenheimer Wald. Oder dass ich schließlich Frankfurt neu sehen würde: Auf der Dachterrasse von Katze Kira, deren Besitzerin für einen Monat in England war, weil ihre Mutter starb. All das stand vielleicht schon. Irgendwo. Wussten wir nicht. Überraschende Erkenntnis: Reisen ist Reisen ist Reisen. Weitet Horizonte. Immer und überall.

Als ich erst einige Scherben hatte, dachte ich, ich werde am Ende meines Lebens ein Mosaik daraus gestalten. Nach 44 Jahre des Sammelns spürte ich: Jetzt musst du machen. Leben geht fort. Zeit für 12 Monate Lebensmosaik. Jetzt.





 
 
 

KiR: The only Limit is the Sky

11. Oktober 2015 von Sylvia | Keine Kommentare

Unser Beitrag zur Ausstellung Gedankenwelten bei KiR (Kunst in Rödermark)
am 17. und 18. Oktober:

Tolits #1 - Freiheit

Tolits #1 – Freiheit

Limit

Rahmen,
Gedanken, Segel setzen
Strukturen
gegen den Tanker Befindlichkeit
Ruhe im Hirnspiel
Synapsenspizzen
von Lichtblitzen.

Und: Fokus. Fokus. Fokus.
nur nicht denken. Nicht.

Aber, paragleiten in die Parawelt
des DoubleSeins der Dinge
n’oublies jamais
existiert alles auch ohne dich.

Und: Leben. Leben. Leben!
In mir, Mond, weil
ich schaure, schaukle, aufschau
zu den Flirrlichtern der
Wimperbogenlampen

Drum herum Photonenschwärme
laichend, leuchtstäubend
Stratoduster!

Viel mir, gespiel mir, geh nicht –
mind the Gap
die Räume, Träume zwischen
den Menschenräumen die Zwischenmenschenräume
Freiheit 38. 38? Ja.
Frei sein
Nicht wirklich viele Menschen wollen das.

Wer gibt?
Spielräume, Kinderträume…
Worte und Bilder in uns
Strukturen, Spuren.
Lass dich leiten
Lass. Finde
die Feder. Die von den Schwingen
der Kinderbänder gestreift, getönt, geschlagen
Vogelander
Flügelum.

Im Dämmern des Lichts der Tag
Der Himmel, the only Limit
rutscht in die Nacht
die Krähe, mein Ichkind
die Krähe, sie wacht.

Tolits #2 - Spielgrund

Tolits #2 – Spielgrund