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Babel – vom Fremdsein

6. September 2015 von m&m | Keine Kommentare

Babel Ring
 
Wer versteht mich? Ist das nicht die zentrale Frage? Sobald wir auf der Welt sind – und für jeden einzelnen immerfort -, bis wir sie wieder verlassen. Zuhause kann vieles sein – der/die Geliebte, also wo mein Herz ist oder wo Rechnungen ankommen. Oder, und das wäre wieder eine soziale Variante: Zuhause ist da, wo man mich versteht. Wo ich ohne lange nachzudenken weiß, wer was wie meint. Was gerade tausende, abertausende Menschen verlieren. Wenn sie Glück haben nur das, nicht auch ihr Leben.

Europa ist das Ziel. Das zwischen Hilfsbereitschaft und Abwehr umhertorkelt. Nur zur Erinnerung: Wären unsere Vorfahren nicht migriert, es gäbe uns Europäer nicht.

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Babel. Fünf Buchstaben, die für eine biblische Geschichte der Konfusion stehen. Fünf Buchstaben, in die jeder seine eigene Geschichte knüpfen kann. Eine des Suchens nach Verständnis, und was wäre das anderes als die Suche nach Anerkennung und Geborgenheit? Ein harte Suche – eine des Scheiterns oder Gelingens – je nachdem.

Unser Projekt erzählt vom Fremdsein, vom Ausfallen, Herumwandern, vom Faden, den es überall gilt aufzunehmen. Fremde können wir ja überall sein, sogar unseren Nächsten, sogar uns sogar selbst.

Babel ist inspiriert von Babel, dem herausragenden Film des Filmemachers Alejandro González Iñárritu. Unfassbar, wie dieser Mexikaner einem in die Seele zoomt. Jeden Winkel unserer Süchte, unseres Sehnens hell ausleuchtet. Verstecken unmöglich. Sand, Staub, Sprachverwirrung. Und Liebe.

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31. Mai 2013
von m&m
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Hahn hacks – Luftgraffiti #3

  Wie aus dem Nichts. Als sei ein heimatloser Flugplatz im Sperrgebiet gelandet. Sanfte Wiesenrundungen, Pferde, Felder und im Hintergrund die Hügelkette des Hunsrück – besetzt mit derart vielen Windrädern, dass man kapiert, was Leute mit Verspargelung meinen. Und dann … Weiterlesen

Rosita tanzt den Euro

11. Oktober 2012 von m&m | 3 Kommentare

Unser neues Foto-Strick-Graffiti „Rosita“



 
für alle downgerateten Merkelländer frei nach der Melodie A Banda (France Gall, 60er, unbedingt dazu hören: klick!!!):

Zwei Apfelsinen im Jahr,
und zum Parteitag Bananen…
das ganze Volk schreit Hurra – der Kapitalismus ist da.

Lalalalalalala

Im gold’nen Oktoberschein,
tanzt unsre Rosita den Jaguar,
zeigt muntren Hüftschwung am Main
die Eurogermanen schunkeln dabei.

Nanananananana, nanananananana

 

21. August 2012
von m&m
2 Kommentare

ORANGE! Fahrrad-Corso gegen Fluglärm

  37 Grad zeigt die Temperaturanzeige meines Tachos und die Badeseen, die wir passieren, sind rappelvoll. Nur wir (Dumme oder Helden?) lassen Walldorfer Badesee, Schnepfensee, Bornbruchsee links liegen, denn unser Ziel ist heißer: Fahrrad-Corso rund um den Flughafen Egelsbach. Die … Weiterlesen

Endspurt: Lebensräume – Flugrouten

9. August 2012 von m&m | Keine Kommentare


 

Noch einen Monat läuft unsere Ausstellung in Offenbach. Ein paar Bilder und Texte daraus haben wir schon vorgestellt unter Entrée… – hier die Fortsetzung zum Reinschnuppern:


"Es ist"

Waldsee

Nimm die Birkenroute,
lies ruhig ihre Schriftrollen,
summ das codierte Lied der zarten Betula.
Folge dem Uferweg.
Hände und Füße im Waldfell
Kopf in den Wolken.
Tag um Tag.
Mit Mal wirst du die Glasschnüre sehn
im Frühlicht des Jahrs,
drin Hunderte schwarzer Samtperlen,
unterm Bernsteinblick der Eltern eingewirkt.
Eine jede ein pulsendes Wunder.
Ein Leben.

Es ist
nicht mehr da,
das unschuldige Aufwachsen
in grünen Kinderzimmern.
Und auch die Kinder nicht.
Aber dies Sehnen,
Verlangen nach
flirrendem Blattgold,
das Ruhe ins Aug fächelt.
Dem Lichterspiel winzigster Zellen,
dem Rauschen –
Wasser und Photonenströme,
dem Gurren der Frösche tief und
nicht von dieser Welt.
Finde die Feder.



 

Stehn bleiben

Warten.
Welche Farbe hat die Zeit?

Loslassen.
Denn: „es kommt natürlich vor,
dass man wirklich sprachlos ist.“
Pina.

Sie kämpfte, dass ein Ahnen beginne
ein Tanzen im Kopf.
Half den Nadelkissen im Hirn
zu singen, den Füßen zu malen,
schwerelos.

Aus Blau werde Licht
blitze der Wasserhimmel
in Tropfen.
Wirf, wirf die Kugeln ins
Schneckenohr, lass sie kollern
durch alle Windungen rennen,
bis weißes Gleißen
die Neuronnetze flutet.
Lachenden
Munds.


ausstellung lebensräume – flugrouten: 3.6. – 8.9.12
stadtkirche offenbach, herrnstraße 44
mo – fr 12-18 uhr, sa 11-13 uhr

 

6. Juni 2012
von m&m
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In Strömen: Lebensräume – Flugrouten

  Freitag, 9:30 kühl aber sonnig „Hier riechts gar nicht nach Kirche“ – als wir Freitag die Bilder hängen, schnuppern die Ersten gleich rein. Tatsächlich, es riecht nach Druck, nach Farbe – aber – wie riecht Kirche? Die Sonne scheint, … Weiterlesen

8. März 2012
von m&m
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Entree! Buch- und Ausstellungs-März

Schon draußen gewesen? Barfuß? Die Zehen im Sand, die Sohlen in taunasser Wiese, die Sommerwaden im Grasblütengekuschel… Draußen sein ist ein Lebensentwurf. Ist durchgepustet werden, ist die unberechenbar-köstliche Überraschung des Jetzt. Ob Urlaubstag, Waschtag, Marktag – alles Alltag, der nebenbei … Weiterlesen

18. Januar 2012
von m&m
2 Kommentare

Occupy Fraport: We`ll be back Monday

  Montag 16.1. Sachsenhausen, S-Bahn-Station Stadion, 17 Uhr 21 „Ich bring erst die junge Dame hier zum Flieger, dann stoße ich zu euch“, outet sich einer der Wartenden und kommentiert selbstironisch grinsend, „erst fliegen , denn protestieren…“ „Wir fliegen auch … Weiterlesen

Zeitzeichen: Goldstrom

4. Januar 2012 von m&m | 1 Kommentar

Goldstrom ist unser Kommentar zum Thema Finanzwelten. Die eine Realität: Realeinkommen sind geringer als vor zehn Jahren, hat der DGB ausgerechnet (Quelle: Frankfurter Rundschau 24.11.11).
Die Managergehälter dagegen sind nach einem kurzen Knick (Verzicht auf Boni, „Fairpay“) wieder auf dem Niveau wie vor der Finanzkrise. Nach einem Arbeitspapier der Hans-Boeckler-Stiftung verdienten Vorstandsvorsitzende der Dax-30 Unternehmen im Schnitt in 2008 1.092.000, in 2009 1.166.000 und in 2010 1.221.000 Euro. Letztes Jahr dürften es nicht weniger geworden sein. Der kapitale Golfstrom wärmt also noch. Manche.