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Fotolyric: Red&Blue

13. Juli 2014 von m&m | Keine Kommentare

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Red&Blue

Die sieben Himmel der See
und die sieben des Lands
Blau und Blau und Rot und Gelb.
Das Leben streifen
mit Strandsohlen, Moosgummiballen, Regenlidern
mit Mal so hungrig
so riesig, Großmutter wo ist dein Mohn?

Wo deine Erinnerungen?
Die unbeschwerten Rufe, Küsse, die
Lichterketten des Abends
Neuheit, Neugier wo?
Tour de Force durch all die Jahre
alle Windungen
Gleichnisse
als Marker gegen Schwenksicht

Und wir sehen, fühlen
unter der weißen Wüste das Bersten, die Katastrophe.
Ein Nachglühen wie zerrauschte Träume.
Schwelt es noch? Alles fort, Bäume, Büsche…
Wie die Vögel flohen!
Hier war es! Hier wütete die Blume des Feuers –
und für diesmal die Retter
eilten nicht in die schäumende See

Wie surreal die weißen Wolken! Wie froh!
Wir finden die Pfade, wir baden die Sohlen
In blauem Ruß
Und, wie alle, folgen dem Leuchten,
ziehen den achten Himmel
Nacht

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Die “Blume des Feuers” ist ein Gedankensprung zu Cees Nooteboom

8. März 2012
von m&m
Keine Kommentare

Entree! Buch- und Ausstellungs-März

Schon draußen gewesen? Barfuß? Die Zehen im Sand, die Sohlen in taunasser Wiese, die Sommerwaden im Grasblütengekuschel… Draußen sein ist ein Lebensentwurf. Ist durchgepustet werden, ist die unberechenbar-köstliche Überraschung des Jetzt. Ob Urlaubstag, Waschtag, Marktag – alles Alltag, der nebenbei … Weiterlesen

Ocean City – lyrics

12. August 2011 von m&m | Keine Kommentare

OC_#1 Ocean City
OC_#2 Ocean City
OC_#3 Ocean CityAls erstes zum Strand und Mittags wieder
und jeden drauffolgenden Morgen.
Immer. Bis endlich die Landkruste brennt, reißt und abplatzt: Frei!

Weite, Wind, Möwenschrei. Immer. Als ich Kind war,
allein, zu zweit und als das Kind Kind war –
seit fünfunddreißig Jahrn und, mit Wenders Handke,
so ist es heute noch:

Feuchtes Morgensalz verschleiert die Strandcaféscheiben,
später gibt’s Appelgeback met Slagroom, Mittags Sand, abends wirft
der Himmel sein rotes Feueraug ins Meer oder
ins Wolkengeball.

OC_#7 Ocean City
OC_#5 Ocean City
Und Laufen.
Laufen am Strand. Endlos
Füße, Finger durch Sand und Wasser ziehn,
bis unter der Gischt die Haut dampft
den Brand, den Widerpart spürn ohne Druck.
Seele durchspüln, Hirn durchsieben, Herz durchpumpen

Durchs Feuer springen, von Dünung zu Dünung
gegen den Landwind,
der ungerührt Kinderbälle ins Meer bläst,
zu schnell für Mama und Papa
so stark, dass Falter todblind aufs Wasser taumeln.

OC_#6 Ocean City
OC_#8 Ocean City
OC_#9 Ocean City
Welle um Welle verläufts Landgeheck.
Doch, wenn die See das Elementgesicht hisst,
brüllend sandauf rast,
hockt Angst.
Schon ziehn Rettungsbrigadeure die Tore auf.
SOS! Sie schäumen hinaus. Der Leuchtturm pulst Licht.

Tausend Tode stirbts Landherz
bis kühl der Morgen aus der Düne kriecht
Ebbe spuckt tote Vögel und Müll und Mollusken.

Und doch ist die Wasserlinie Leben,
ist Reisen und Schweigen, Nur-sein.
Jedes Mal
neu.
Ocean City #10