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Finis: Wiesbadener Fototage

11. September 2017 von m&m | Keine Kommentare



 

Abgeholt.
Und noch auf den Weg bekommen, wie gut unsere Serie „auch bei Nicht-Fotografen angekommen“ ist. Genauso sollte es ja auch sein. Alles andre ist nicht Mumpitz, schon auch schön, aber doch eher Filterblasenfreude.
Vielen Dank allen, die uns für den Publikumspreis vorgeschlagen haben. Und vielen Dank an das Wiesbadener Fototage-Team für eine Superausstellung.
Nächste Woche: Sind wir wieder auf der
Dementia Road.
 

 
 

14. Schömberger Fotoherbst – wir sind dabei

8. August 2017 von m&m | Keine Kommentare


 
Ob es wieder Kürtös gibt wie vor zwei Jahren? Wir werden hinfahren, sehen – und berichten. Erst mal aber freuen wir uns sehr, wieder Teil des Schömberger Fotoherbstes zu sein. Unsere Reportage „Ich war ein Flughafen“ über das Arboretum Main-Taunus wird dort neben den Arbeiten der anderen Festival-Finalisten zu sehen sein.

Unser Beitrag zeigt einen idyllischen Ort mit dramatischer Geschichte: Unter dem Decknamen Schafweide legte die deutsche Luftwaffe 1937 im Taunus einen geheimen Fliegerhorst an, den Flughafen Eschborn. 1944 bombardierte die US-Armee den Platz, und nutzte ihn nach dem Krieg selbst. Später wurde er ziviler Güter-Flugplatz für die Post und das Technische Hilfswerk – die große Wende für den Platz jedoch kam durch den Frankfurter Flughafen. Die wütenden Proteste gegen die Startbahn West am Flughafen Frankfurt führten letztlich dazu, dass er in einen der schönsten deutschen Waldparke verwandelt wurde: Als Wiedergutmachung für den Kahlschlag im Frankfurter Stadtwald entstand das Arboretum Main-Taunus. Ein berückend schönes Kleinod mit einem alten Hangar als Herz. Uns gab dieser Ort den Impuls für ein längerfristig angelegtes Reportageprojekt über Arboreten.

Als erster Teil entstand die Serie „Ich war ein Flugplatz“, denn: das Arboretum Main-Taunus zeichnet sich durch seine faszinierende Geschichte und sein besonderes Konzept aus. Arboreten sind Gehölzsammlungen, die mit Stolz viele exotische Bäume zeigen. Auch so im Taunus, allerdings wurden hier Bäume und Sträucher so zusammengepflanzt, wie sie auch in der Mongolei, in Nordamerika oder Japan als „Waldgemeinschaften“ existieren. Als Besucher tritt man quasi eine Welt-Waldreise an. Als weißer Faden dient uns die Birke, die in Nordamerika ebenso wächst wie in China oder der Mandschurei. Die gepflanzten Exemplare zeugen von der großen Sortenvielfalt. Hängebirke, Papierbirke, Moorbirke… Natürlich beherrscht sie als Pionierbaum längst auch das alte Flughafengelände. Zwar ist der Zutritt für Waldbesucher verboten – aber möglich. Denn es ist ein längst nicht mehr geheimer Treffpunkt für Jugendliche aus dem Umland. Die Spannungsgeschichte eines Waldparks, der durch die Luftfahrt geboren wurde, die Nutzungsspuren von Mensch, Tier und Zeit sichtbar zu machen ist das Ziel dieser Serie.

Wer Zeit hat: Unbedingt hinfahren! Wegen der Ausstellung natürlich, um Inspirationen und Schwarzwaldluft zu tanken – und vielleicht gibt‘s auch wieder Kürtös…

Unser Beitrag zum 14. Schömberger Fotoherbst, dem internationalen Festival für serielle Reise- und Reportagefotografie vom 6. Oktober bis 4. November 2017:
 










 
 
 

Ausstellung: Die B-Klasse im Städel

2. August 2017 von m&m | Keine Kommentare

Fesselnd, trotz des emotionslosen Blicks, dieses Bubikopfmädchen auf dem Plakat „Fotografien werden Bilder / Die Becher-Klasse“. Dem Titel entsprechend sind Hilla und Bernd Becher nicht im Fokus dieser Ausstellung. Die Grafik an der Foyerwand des modernen Städelzweigs ähnelt einem Stammbaum, zackig zur Matrix werdend: Die Bechers an der Spitze. Begründer einer Dynastie. Die abzweigenden Linien führen zu neun wohlgehabten SchülerInnen.

In der Ausstellung zwar kein Wasserturm nirgends, aber dennoch frühe Becher’sche Leitplanken: Papierabzüge von Industrietoren, Fachwerkhäusern, Kohlesilos. Sehr schwarzweiß, sehr analog und auch sehr klein. Die Bilder ihrer Schüler anfangs noch ebenso analog, schwarzweiß – doch der bald kommt der erste Sprung ins Farbige und der nächste ins Digitale. Der noch gar nicht so lange her ist. Damit beginnt das Spiel mit der Wahrheit, dem Verschwinden der Doku, dem Dehnen und Größer- und Nochgrößerwerden.

Viel Langweiliges dabei, unter diesen berühmten Fotografien, die „international prägend“ waren, wie Kuratorin Jana Bergmann emotionslos vermerkt. Ein Großteil wirkt enttäuschend flach. Ob klein oder groß, schwarzweiß oder bunt spiegeln die meisten – über die Vorsätzlichkeit hinaus und in einfache Bildsprache übersetzt – ein gerüttelt Maß an deutscher, buchhaltérischer Leere.


 
Fotografien werden Bilder… Barbara Klemm sagt im Video zur Ausstellung ihrer analog schwarzweißen Fotos (die den Umbau der modernen Städelabteilung reportieren): „Die Bild-Komposition ist wichtig.“ Sonst sei es Doku, aber kein Bild.

Einige der B-Klasse-Fotos aber sind stark über die schiere Größe hinaus: die vier Meter „Montparnasse“ etwa von Andreas Gursky. Auch sein Panorama vom Gardasee. Im Bild „Passkontrolle“. zeigt er gar Humor. Noch witziger wird es in der Kombi mit dem Bild daneben, in der Lobby eines Großkonzerns aufgenommmen, wo am Empfang genau dieselbe Sorte Kontrollettis sitzen. Herrlich. Und auch schön: Candida Höfers Diaschau „Die Türken in Deutschland“. Dabei sind eigentlich große, menschenleere Räume ihr Markenzeichen. Bibliotheken, Hörsäle, Vortragssäle. „Ich dirigiere nicht gern“, gesteht sie im Museums-Video-Porträt. Und dass sie sich wohler fühlt, wenn da nicht so viele Menschen sind. Anfangs habe auch sie „noch ohne großen Aufwand“ fotografiert. „Kleinbild und ohne Stativ“, schief manchmal.

Dann kam Technik. Kamen Großbanken als Auftraggeber für große Becherschülerbilder. Die in große Foyers passten und genügend monetäre Distanz ausstrahlten. Im gemeinsamen Video zur Ausstellung erklären Volker Döhne, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth abwechselnd, worum es ihnen eigentlich ging: Konkurrenz zur Malerei. „Wenn das Bild größer ist, ist die Wirkung anders“, sagt Höfer … Dazu der verknitterte Ruff ganz cool: Vorher sei die Fotografie den Sammlern am Arsch vorbeigegangen, aber bei der Größe „konnten sie nicht mehr wegschauen.“ Think big. Think Geschäftsmodell.


 
Vor den Bechers habe es nicht die Präsenz dieser Fotografie im Bereich der bildenden Künste gegeben, führt Ruff weiter aus. Heute dagegen hätten wir „eine Situation, wo eigentlich alle ganz normal mit dem Medium Fotografie als künstlerisches Medium umgehen.“ Ist das so? Sicher, Fotografie ist allanwesend. Aber der bewusste Umgang mit ihr, die Lesbarkeit ihrer Inhalte, die Bildsprachkompetenz sowohl der Sender als auch der Empfänger – hat all das mithalten können? Wahrhaftigkeit. Wieder landen wir hier, wieder beim Höhlengleichnis von Ulrich Metzmacher.

Und beim nächsten Video, gedreht im Palmengarten. Wo Jörg Sasse über Schein und Sein nachdenkt. Er verwendet überwiegend Fundfotos, die er bearbeitet. Urheber: Sternwarte, Amateur (Nachlässe), oder er selbst, weil er manchmal auch „knipst“. Knipst? Einer der neun Becher-Schüler. Apropos Fotografie, Natur, Palmengarten. Dort sind gerade die atemberaubenden Bilder des GDT-Wettbewerbs um den Titel des Europäischen Naturfotografen 2015 zu sehen (aktuell wird der 2017er Wettbewerb für die erstmalige Präsentation beim Naturfotografie-Festival in Lünen vorbereitet). Sorry, aber für uns sind es diese Naturfotografen, bei denen – unter (ebenso?) großem Zeit- Fleiß- und Technikaufwand plus Know-how über Ort, Flora, Fauna, Wetter – Fotografien zu Bildern werden.
 
 

Die Ausstellungen:

Fotografien werden Bilder / Die Becher-Klasse
im Frankfurter Städel Museum noch bis zum 13. August, Eintritt 14 Euro

GDT – Europäischer Naturfotograf des Jahres 2015
im Frankfurter Palmengarten, Galerie am Palmenhaus, noch bis 27. August, Eintritt 7 Euro
 
 
 

Go, Stadtwald, go: 13. Schömberger Fotoherbst!

13. Oktober 2015 von m&m | 3 Kommentare

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Tiefblaubunt dieser Sonntagmorgen, Herbsttag deluxe. Und wir nicht per Velo im Stadtwald, sondern per Auto dran vorbei, um ihn uns genauer anzuschauen. Heißt? Wir fahren zur Ausstellung, dessen Teil er jetzt ist: zum 13. Schömberger Fotoherbst. Dem Reise- und Reportagefotografie-Festival, bei dem wir jetzt zum zweiten Mal vertreten sind. Nach zwei Stunden und zwei Staus wird’s endlich goldrotschwarzwaldig – Swabian Summer in Schömberg.

Kaum das Ortsschild passiert, sind wir Pünktchen im Gewühle. Umgeben von lebendigem Strömen, das den ganzen Tag anhält und uns mitreißen wird, sobald wir den letzten Parkplatz gefunden und das erste der Bilder im Kurpark gesehen haben. Unerwartet dieser Massenandrang – schon –, aber doch schön auch, das sich einfädeln und treiben lassen, sich finden auch. Das Gefühl des Fremdseins in der Heimat, die Lust des Auszeitnehmens vom Tagesgeschäft. Zimtzucker zwischen den Zähnen, Kindermund im Ohr. Und, achja: Bilder, Bilder, Bilder.

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Da wo die Bläser traditionellen Trachtenbeat in den Herbst pumpen ist der Herzpunkt der Ausstellung. Dort, man muss es sagen, endet das Geschiebe. Schön für die Betrachter, die jetzt ins Rathaus finden, schade für die dort (und an den anderen beiden Orten für die Profis) großartigen, gut zusammengestellten Serien. Wir ziehen drei heraus:

Mit „Wanna have love?“ erzählen Insa Hagemann & Stefan Finger visuell sehr berührend. Machen betroffen ohne das übliche Betroffenheitswerkzeug. Loten sich ein in die Tiefe der Kinderseelen, die Sextouristen auf den Philippinen zurücklassen: das blonde Baby, der blasse Teenager, der kaffeebraune Junge – alles Außenseiter in einem Land, das keine Migranten kennt, so die kurze Info zu diesem Projekt…

Direkt daneben Oliver Mezgers „Dreiundzwanzig“. Von ihm sehen wir dieses Jahr schon zum dritten Mal coole Fotos (2x in Wiesbaden). Hier seine lichtschöne Serie vom Naturpark Schwarzwald. Warum Dreiundzwanzig? In dreiundzwanzig Stunden entstanden. Ein paar Schritte weiter heißt es „Ich war hier“, eine gewagte, kluge Komposition von Werner Mansholt. Er beginnt mit einer 25.000 Jahre alten Felszeichnung und variiert das Thema durch Kritzeleien auf dem Kölner Domdach, Schädelhaufen im Gebeinhaus, mit Namen beritzten Bambusstangen bis hin zu den bunten Abdrücken von Kinderhänden auf einer Schulwand auf Kreta.

Raus aus der Ausstellung rein in den ohrenbetäubenden Jahrmarkttrubel – und Halt! Das muss ich haben: An einem Stand werden dampfende, frisch gebackene „Kürtös“ angeboten. Sieht verlockend aus, wie Baumkuchen gekreuzt mit Stockbrot. Was ist das? Die Warteschlange verheißt: was echt Gutes. Nachdem ich dran bin und auf mein Kürtös warte, erklärt mir Standchefin Ines Balatoni: „Wir sind Ungarn und das ist eine Siebenbürger Spezialität, die auch in Ungarn noch manchmal auf Jahrmärkten verkauft wird. Im Original wird der Teig überm Holzfeuer gebacken – aber geht hier nicht wegen den Brandschutzbestimmungen.“ Supergeniales Zeug.

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Nach der Pause wieder zu den Bildern. Und würfeln: wo ist die Poststraße? Da nämlich, im Haus Bühler, da hängt unser Stadtwald. Ein eigenartig vertrautes Gefühl macht sich breit: Hallo Stadtwald. Gut machst du dich hier, inmitten der echt harten Konkurrenz… Zwei Zimmer weiter eine Islandserie, die das mittlerweile so ausfotografierte Land plötzlich wieder geheimnisvoll macht: Karl Huber sah „Island im März“. Und auch die NachwuchsfotografInnen sind hier beheimatet, darunter Elias Klein mit einer schönen „Billard“-Studie.

Schömberg, das ist Hingabe mit klarer Linie – alle haben dieselben Rahmenbedingungen im Wortsinn. Weiße Holzrahmen, weiße Schrägschnittpassepartous, höchstens zehn Bilder. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle – manchmal gab‘s erhellenden Begleittext, manchmal nicht. Das Quäntchen Zu-Text aber hätte allen Projekten gut getan. Denn: solche Info vermag doch oft den Blick zu weiten, sowie die Räume zwischen den Bildern zu verstehen.

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Auch bei den Amateurbildern, die im ganzen Ort verteilt in den Schaufenstern hängen. eine schöne Idee, die allerdings manchmal Grenzen hat (bei der die Bilder umgebenden Dekokunst). Doch so haben die Menschen, die wegen des verkaufsoffenen Sonntags hier waren, auf jeden Fall die Amateurserien gesehen. Von denen die tapfere Jury in der Sommerbruthitze dieses Jahres ebenso viele ausgewählt hat wie bei den Profis: je 25.

Zum Schluss nochmal ins Kurhaus. Von dort steckt mir noch die Qual in den Gesichtern von Sandra Hoyns „Letzten Orang Utans“ in den Knochen. Die Serie erinnert daran, dass nicht nur der Wald stirbt, sondern auch seine Tiere. Für das Palmfett in unseren Margarinen und Keksen und unzähligen Fertigprodukten. Einer im Käfig, der die Hand eines Menschen fest umklammert hat: Bleib bei mir! Einer auf dem Krankentisch – alle Menschen mit Mundschutz und Handschuhen. Die Bilder von den Rettungsaktionen, dem Bergen der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer fallen mir ein. Dass im Hintergrund die Kurkapelle zum Tanz aufspielt macht das Ganze komplett surreal. Kommen, sehen, denken. We’ll be back!
 
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13. Schömberger Fotoherbst
Internationales Festival für serielle Reise- und Reportagefotografie
Rathaus, Museum Haus Bühler, Kurhaus, Schaufenstergalerie in 75328 Schömberg
9.10. bis 8.11.2015
 
 
 

7 x Prekäres – 6. Fotofestival MA/LU/HD

27. September 2015 von m&m | Keine Kommentare

© Sylvain Couzinet-Jacques

© Sylvain Couzinet-Jacques / 6. FF


 

Sieben prekäre Themenklammern oder –felder hat sich das 6. Fotofestival vorgenommen – und wer wie wir sich den Klassiker leistet, sich in Mannheim im Quadrat zu verirren, ist gut eingestimmt. Auf Bilder, die nicht im alltäglichen Bilderstrom schwimmen. Die aus der sicheren Zone scheren, wie sie uns hier im mittleren Teil Deutschland umgibt. Wir ziehen mit P7.3 die Karte Urbanismus und Real Estate, ausgestellt im Zephyr – Raum für Fotografie. Daraus hier nur drei der vielen Eindrücke:

„Provisional Landscapes“ lautet der Titel von Ai Wei Weis Arbeit. Seine auf Tapete gedruckten (und an eine Wand geklebten) Doku-Fotos zeigen Ausschnitte des Neu- und Umbaus von Peking. Der Beizettel erläutert, dass dort alles Land dem chinesischen Staat gehört, der damit nach Gutdünken verfahren und ganze Dörfer niederwalzen, oder Gebäude-Ensembles hochziehen kann – ohne Rücksicht auf alte Traditionen oder Kulturgüter. Letztlich geht es um Brüche, Heimat, Kultur, Macht und Verlust. Auf den Bildern habe ich das allerdings so nicht gefunden. Nur die für unser Auge exotisch-riesigen Brachen und Neubauklötze, nicht aber die Zwischentöne, die der Text von Urs Stahel erwähnt. Vielleicht aber ist das der Subtext: emotionslose Verhältnisse.

Beim Projekt von Sylvain Couzinet-Jacques dagegen ist die Bedrückung greifbar. Auch hier spielt das Wesentliche im Kopf oder Hintergrund. Es geht um Machtverhältnisse durch Geld. Die Szenarien stammen aus Spanien, wo Investoren mit Grundstücken zocken – und nichts gebaut, nichts bewirtschaftet oder gar bewohnt wird. Leere also. Ödnis. Couzinet-Jacques‘ Bilder spiegeln den beklemmenden Verfall von Landstücken, die virtuell gehandelt werden. Im realen Leben geschieht so über ganze Landstriche hinweg nichts als das Brennen der Sonne. In einem Raum sind die Bilder deswegen UV-Licht ausgesetzt, das sie bis zum Ende der Ausstellung komplett gebleicht haben wird.

Nicht Grundstücke, sondern Immobilien zum Verkauf hat dagegen Taysir Batniji fotografiert. Er setzt sie in Szene wie ein Makler für den Aushang am Schaukasten, versehen mit allen notwendigen Infos: Größe der Wohnfläche gesamt, der Wohn-, Schlaf- Esszimmer, Infrastruktur des Viertels. Beim Blick auf die Fotos allerdings will man laut herauslachen. Ein Prusten, das in derselben Sekunde gefriert: Alle Immobilien sind verlassene Residenzen Vertriebener. Ruinen und Trümmerhaufen im Gazastreifen. Batniji hat mich damit mehr getroffen, als die Arbeiten des Fotografen Nick Waplington, der im Nahen Osten mit Siedlern in den besetzen West-Bankgebieten lebte.
Alle Arbeiten spiegeln den offenbar globalgegenwärtigen Trend: „La vida no vale nada“.
 

© Taysir Batniji  / 6. FF

© Taysir Batniji / 6. FF



 

7 Orte, 7 prekäre Felder [7P] – 6. Fotofestival Mannheim/Ludwigshafen/Heidelberg
Die Ausstellungen sind noch bis 15.11. zu sehen – http://www.fotofestival.info/de/
zeitgleich zeigt die
OFF // Foto 2015 erstmals „Zeitgenössisch fotografische Positionen in der Metropolregion“
an 22 Indie-Orten in Mannheim, eintrittsfrei.

Beide mit viel versprechenden Vorträgen im Programm.