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Geschenkt: Betriebsfahrt zum Römer

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Mutig.

Diese etwas andere Demo war teuer. Voll durchdacht, designt und beworben – ganzseitig in den Zeitungen – in frischem , netten himmelblau -, im Radio und via Einladung der Vielflieger. Ein Stück Flughafen auf dem Römer, der fernsehgerecht ausgeleuchtet ist. Eine große Bühne ist aufgebaut, Zelte, Brezeln gibts, Kaffee und Wasser gratis. 35 große Busse und 6 kleine säumen den Mainkai. Betriebsfahrt. Eine glatte Moderatorinnenstimme spricht: darf ich das sagen: “das war erst der Anfang”.
Der Römer ist gefüllt. Schätze es waren 6 bis 8000 Leute da (Fraport sagt 10, die Polizei 8000). Es dominieren zwei verschiedene Dresscodes: Blaumann mit neongelber Fraport-Weste oder Damen und Herren in edlem Zwirn, Schwarz-weiß. “Ich sehe Architekten, Ärzte und Parteimitglieder”, freut sich der Condorchef über die positive Resonanz der Region. Ein Exilbayer sagt, “der Flughafen muss noch weiter ausgebaut werden”, unbedingt.
Alle tragen die gleichen himmelblauen oder grünen Schilder,die gleichen Aufkleber und die gleichen Sticker. Nur ein Schild weicht ab vom Vergissmeinnichtblau-Einerlei: “Keine Totenstille über Frankfurt”.

Und, ja – hier sind endlich auch die Migrantenmitbürger unter den Demonstranten, die Deniz Yücel von der taz beim Supermontag am Flughafen vermisst hat (Sleepless in Wixhausen). Schließlich arbeiten sie da – und heute war “Betriebsausflug” angesagt. Landebahn stillegen? Innerdeutsche Flüge streichen? Wirtschaftskraft! Arbeitsplätze! Fliegen wollen! Schon mutig. Chapeau FAG.

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