meiseundmeise-blog

28. Oktober 2011
nach m&m
2 Kommentare

Nach dem Flughafenausbau: Anfluch von Denkfaulheit

Jetzt wachen sie auf. Viertel vor sechs, wenn der Flieger mitten durchs Schlafzimmer fliegt. Jetzt, wo der Wald abgeholzt, die Nordwest-Landebahn Rhein-Main gebaut ist, treffen sie sich zur Menschenkette in Offenbach mit viertausend Leuten (fünf Wochen vor der Eröffnung), gehen … Weiterlesen

Gedicht der Woche: unplugged

24. Oktober 2011 nach m&m | Keine Kommentare

Lyrik_#02

unplugged

stäubts
unter stellwänden
geschredderten glücks
brockts bunt, flockt,
hartzt zu die ausgekommenen, ausgesiebten
leeren blicks
die dahocken, farblos gezaust, aschpink und plastik
süchtig nach billigglimmer, overdrive
gierend ohne grund
immer nur: mehr,mehr

dabei fehlt’s passwort
mehr gibt’s nur für die drin
geherzt vom druck: come on the pressure line
nicht auffallen, auffragen
nur einkommen
zeitlos verbraust, züchtig bis ins workout
und zikadesk: mehr,mehr

und?
schreischauwem
gekappt alles
bilder, süchte, blüten
colours run dry
die zukunft ein reisbrei
politisch korrekt

passwort? 1,2,3 und ab:
schreischau
selbst

17. Oktober 2011
nach m&m
Keine Kommentare

Terminal Zero: Zeichen im Wald

Der Flusskrebs im Mönchhofweiher wird unbeeindruckt seine Pflanzenkost schlürfen, wenn Angela Merkel aus dem Flieger steigt und – wahrscheinlich – ein Bändchen zerschneidet. Spätestens dann ist es mit dem relativ geruhsamen Leben vorbei am klaren Wohnsee des Flusskrebses, der bis … Weiterlesen

16. Oktober 2011
nach m&m
1 Kommentar

Occupy Tag zwei: Yes we camp

Kleiner Nachschlag: Es sind mehr als zwanzig Zelte (das Ordnungsamt hat also nicht ab zehn geräumt. Und das Camp ist vorerst genehmigt bis Mittwoch. In einer open space-Sitzung haben die Akteure heute Mittag einen Plan für das Vorgehen der nächsten … Weiterlesen

16. Oktober 2011
nach m&m
2 Kommentare

Occupy Frankfurt: traumkrass

Hey Leute, ihr habts geschafft! Gerufen und Tausende sind gekommen. Tausende, die ihr Unverständnis, ihre Wut und Wunschzettel zu handgemalten oder farbgedruckten Bannern gemacht haben. Kleine Auswahl: We are so angry, we made a sign! – Grow solidarity, not economy … Weiterlesen

14. Oktober 2011
nach m&m
1 Kommentar

Occupy: first we take Mainhatten

Chapeau, Wolfram Siener! Der Sprecher von Occupy Frankfurt war gestern Abend ein Zusatzgast bei Maybrit Illner. Thema des Talks: Griechenland und aktuelle Bankenkrise. Dass Wolfram Siener anfangs genau neben dem Chef der Rating-Agentur Standard and Poor’s saß, hatte schon was. … Weiterlesen

12. Oktober 2011
nach m&m
2 Kommentare

Mein Blog, mein (Denk-)Zeichen!

Was wünschst du dir von mir? Fragte ich vor ein paar Monaten eine neue Rhein-Main-Freischreiberin. Da ich die Regionalgruppe hier gegründet hab und leite, denke ich mir regelmäßig Veranstaltungen aus, die uns Freien den Austausch ermöglichen und uns weiterbringen mögen. … Weiterlesen

7. Oktober 2011
nach m&m
Keine Kommentare

Geschmacklos: Frankfurter Rundschau

„iTod“ lautet die unerträglich geschmacklose Titelzeile der heutigen Printausgabe der Frankfurter Rundschau. Der Redakteur, der sich die ausgedacht, der CvD, der sie abgenickt hat, haben offenbar den Kontakt zum Leben der realen Welt komplett aufgegeben. Der Tod, das unfassbare Ende … Weiterlesen

Die BildGeschichte: Der Wald zwischen Mythos und Bauland – Wildwechsel

2. Oktober 2011 nach m&m | Keine Kommentare



Die Augenwasser des Himmels,
streifen Lichtungen, durchströmen Wege
über Wurzeln und Steine, bis ans Ende der gangbaren Spur.
Wo Spinne euklidische Träume zu Netzen webt,
Schwarzspecht ruft, Erdkröte schläft.
Seele tauch ein. Wie ein Lot tief in die Kraftquelle,
und dann, wie Odysseus aufs Laubbett sinken.
Zuflucht, Ruhe, Wiedergeburt.

Ewige Wiederkehr des immer Neuen:
sicher sprießen Bärlauch und Pfeilwurz im Frühjahr durchs orangene Laub,
sicher kommen die Kröten, Frösche und Molche zum See,
sicher finden die Hirsche das erste, das saftige Buchengrün
und sicher ist jeden Tag das Staunen.
Was?
Vor mir ein Mann. Still. Lauschend mit jeder Anzugfaser.
Sein Rücken sagt: Bitte nicht stören!
Was ist da? Der Mann blickweist vor:
Damhirsche. Äsend und sichernd, die Ohren zum V.
Mit einem Mal wischen sie davon, stolz, erhobenen Geweihs.
Voraus voraus! Mein Einschaufler mittendrin.



Ich möchte auch so laufen,
möchte diese Synästhetikerin sein, die das Grün singen hört:
die hell perlenden Buchen, lachenden Birken, feingliedrigen Lärchen,
die Eschen, die Weiden, die Erlen und die Eichen… Brennnesseln auch, Farne, Pfeilwurz und Fingerhut…
Wem die Zunge nicht brennt, sagte Werner Herzog vor Jahren,
dem brennen die Sohlen…
Sie machen das Herz licht, erden das Hirn.
…und erlaufen Töne:
die vom grünen Mann, der Wasserflöhe fischt,
von knallbunten Joggern, Hundeausführern, Waldarbeitern, Förstern und Holzabholern,

von Genussradlern, Fliegern, Liebenden und Fotografen,
von Pilzsammlern, Mittagspäuslern und Heilungssuchern,
von Kindern, Erzieherinnen, Entenfütterern und von den Tagträumern.

Aufforsten, abholzen, aufforsten, abholzen. So war es Baumzeitalter lang.
Die Antwort? Umwallen! Jetzt werden die Säume des Waldkleids kürzer –


noch aber treff ich
die Geschichtenerzählerin im Waldgrund
unter Schwimmelfen, Samtkehlchen, Fadenkröten
west sie im Dreistand meiner bemoosten Birken.

Vom See her ein Windhauch
gefolgt von Knacken, Rauschen:
Was?